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Smartphones werden zur Gefahr für Fußgänger im Straßenverkehr:

Noch kurz den Tisch beim Italiener reservieren und im Mailpostfach nachsehen, ob die Online-Bestellung schon versandt wurde. Auf die Schnelle das Profilbild ändern und gibt's eigentlich schon Pläne fürs Wochenende? - das Smartphone ermöglicht immer und überall online zu sein und sich um zahlreiche Dinge zu kümmern. Das Tippen, Klicken und Wischen bestimmt vor allem den Alltag von Jugendlichen. Mehr als 200 Mal greift der durchschnittliche Nutzer täglich zum All-Round-Gerät. Der ständige Informationsaustausch geht dabei zu Lasten der eigenen Aufmerksamkeit.

 

Smartphone-Nutzung gleicht einem Trunkenheitszustand

 

Verkehrssicherheitsexperten betonen schon lange, wie gefährlich die Nutzung von Smartphones während einer Autofahrt ist. Wer fünf Sekunden lang bei Tempo Hundert auf sein Handy schaut, fährt fast 140 Meter blind. Doch der Straßenverkehr findet nicht nur im Auto statt. Zu wenig sensibilisiert für das Thema "Smartphones im Straßenverkehr" sind die Fußgänger. Vermehrt ist zu beobachten, dass Fußgänger häufig mit einer Hand am Smartphone und dem Blick auf das Display gerichtet die Straßen entlangschlendern. Auch ein einfaches Telefonat erhöht das Unfallrisiko. Untersuchungen zeigen, dass durch Smartphones abgelenkte Fußgänger mit viermal so großer Wahrscheinlichkeit eine rote Ampel ignorieren. Um auf die andere Straßenseite zu kommen, benötigen sie im Vergleich zu anderen Verkehrsteilnehmern knapp zwei Sekunden länger. Die intensive Nutzung des Smartphones kann mit einem Trunkenheitszustand von 0,8 Promille verglichen werden.

 

Generation "Kopf unten"

 

Der Begriff der Generation "Kopf unten" etabliert sich immer weiter als Sinnbild für das aktuelle Verhalten von Fußgängern. Der Blick auf das Smartphone blockiert die Aufmerksamkeit und führt dazu, dass Informationen von außen lediglich über den Hör-Kanal aufgenommen werden können. Der Mensch nimmt jedoch bis zu 90 Prozent der Informationen über seinen optischen Kanal wahr. Das Dilemma ist somit vorprogrammiert. Genaue Statistiken über den Zusammenhang von Unfällen durch Smartphone-Nutzung existieren nicht. Jedoch belegen zahlreiche Unfallprotokolle ihren Einfluss. So wird von Fußgängern berichtet, die vor Straßenlaternen laufen, aber auch über Zusammenstöße von Fahrzeugen und Fußgängern mit Todesfolge.

 

Aufmerksamkeit rettet Leben

 

Der Gang zum Supermarkt oder Arbeitsplatz ist bekannt und seine Bewältigung keine Herausforderung. In genau diesem Moment greift der Nutzer zum Smartphone - denn er fühlt sich auf dieser Strecke sicher und glaubt seine Aufmerksamkeit anderen Dingen zuwenden zu können.

 

Immer online bremst die Aufmerksamkeit!

 

Mit diesen zusammenfassenden Worten ist eine neue, gemeinsame Aktion des Fahrsicherheitscentrums Rheinberg und der Verkehrswacht Düsseldorf überschrieben, die den Fußgänger sensibilisieren will - zum Schutz seines eigenen Lebens. Mit Flyern und Plakaten (Foto: Gerhard Seybert) sollen vor allem die jungen Smartphone-Nutzer dazu angeregt werden, ihr eigenes Verhalten zu hinterfragen. Der Text des Flyers ist zweisprachig (Deutsch und Englisch), um z. B. auch nicht deutschsprachige Mitbürger (z.B. Flüchtlinge, Geschäftsleute, Studenten etc.) auf das Problem aufmerksam zu machen.

 

"Ziel der Initiative soll es sein, dass mehr Fußgänger beim Spaziergang oder Weg in die Stadt mit einem aufmerksamen Blick auf den Gehweg und den Straßenverkehr achten, um schwere und tödliche Unfälle zu vermeiden", so der Leiter des Fahrsicherheitscentrums Rheinberg, Norbert Heistrüvers.

Ausgezeichnet mit dem "Mobil&Sicher"-Preis 2016 in SILBER
Ausgezeichnet mit dem "Mobil&Sicher"-Preis 2016 in SILBER

Smartphones werden zur Gefahr für Fußgänger im Straßenverkehr.